Tremosine – Der Zauber der unberührten Natur

Tremosine mit seinem Hauptort Pieve, der hoch über dem Gardasee am Felsen liegt, ist einer der schönsten Plätze Italiens. Tremosine besteht aus mehreren Ortschaften, die alle durch ihre herrliche Landschaft, die architektonische Harmonie, die traumhafte Umgebung, ihren kulturellen, künstlerischen und historischen Reichtum sowie durch ihre interessanten religiösen, volkstümlichen und kulinarischen Traditionen bestechen. Inmitten des Naturparks Parco Alto Garda Bresciano gelegen ist diese Gegend ein wahres Paradies! Zahlreiche kleine charakteristische und bezaubernde Dörfer sind in eine einzigartige Landschaft mit atemberaubenden Ausblicken eingebettet. Hier erwarten Sie Frieden und Ruhe im Kontakt mit der Natur mit zahlreichen Sportmöglichkeiten im Freien oder entspannenden Spaziergängen auf einem der vielen geschichtsträchtigen Wege. Sie können alte, originelle und kuriose Traditionen entdecken. Sie können etwas über unsere einzigartige und reiche Geschichte erfahren – die Geschichte eines Ortes, der jahrhundertelang abgeschnitten vom Rest der Welt gelebt hat und der heute der ganzen Welt seine Schönheit zeigen möchte. Auch an Gelegenheiten, die Küche und die kulinarischen Traditionen mit leckeren typischen Gerichten unseres fruchtbaren Landes kennenzulernen, wird es nicht fehlen.

Pieve di Tremosine

Pieve befindet sich auf dem Gipfel eines von einem Gletscher geformten Steilhangs. Der Gardasee liegt 65 m ü.d.M., der Hauptort der Gemeinde Tremosine 423 m ü.d.M. Jahrhundertelang wurden der Ort und der See durch einen der schönsten Wege der Welt, den Sentiero del Porto, verbunden und noch heute kann man einen atemberaubenden Ausblick und die sanfte Brise vom See genießen. Der alte gepflasterte Weg und die schwarzen Steine der Schutzmauern erzählen von Menschen und Tauschhandel, von Waren, die mühsam auf den Schultern getragen wurden. Die Terrasse, auf der Ende des 19. Jahrhunderts ein Lastenaufzug aufgestellt wurde, bietet einen atemberaubenden Blick auf die traumhafte Umgebung. Rauf und runter, runter und rauf, zuerst zum Hafen, der ein wenig versteckt am Fuße des kleinen Tals liegt, dann weiter zur Baumwollspinnerei in Campione, die Hunderten von Menschen Arbeit gibt. Rauf und runter auch, um in die Berge zu gehen, um Heu für die Tiere zu mähen oder Holz für die Feuerstelle, aber auch für den Kalkofen und den Kohleofen zu fällen. Die Jagd, der Stall, das Gasthaus, Pieve lebt noch immer in dieser Dimension zwischen See und Himmel und der Monte Baldo auf der anderen Seite des Sees ähnelt einem aufmerksamen und treuen Wächter. Bei Sonnenuntergang, wenn die Ebene am Horizont in rotem Licht erleuchtet, empfangen dich die um das Castèl und die Kirche herum gebauten Häuser in ihren engen Gassen und beschützen dich.

Die Kirche San Giovanni Battista

Bereits im 8.-9. Jh. stand hier eine Kappelle, die abgerissen wurde, um Platz für die neue Pfarrkirche im romanischen Stil zu schaffen, die der Heiligen Jungfrau Maria gewidmet war und 1186 in einer Bulle von Papst Urban III. erwähnt wurde. Aus dieser Zeit stammen noch der Kirchturm und einige Mauern des Pfarrhauses. 1570 wurde die romanische Kirche abgerissen und es wurde eine neue Kirche gebaut, die Johannes dem Täufer gewidmet wurde. Neben den sehenswerten Altären sind in der Kirche einige wahre Kunstwerke zu bewundern, unter anderem der Chor des Presbyteriums und die Stühle und Bank aus Holz in der Sakristei, die Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Bildhauer Giacomo Luchini geschaffen wurden.

Arturo dela scala tónda

Wenn man in Pieve nach einer berühmten Persönlichkeit fragt, wird bestimmt der Name Arturo fallen. Sein altes, bescheidenes Haus ist noch original erhalten, ebenso das Innere, die Fenster und die Außentreppe, auf der er so gern verweilte. Diese Treppe (scala) ist rund (tonda), die einzige dieser Art im ganzen Ort; er mochte sie so sehr, dass er nach ihr benannt wurde und man seinen Nachnamen vergaß. Zu seinem Gedenken wurde in Pieve auch ein Platz nach ihm benannt und ein Gedenkstein aufgestellt. Arturo Cozzaglio (1862-1950) ist zweifelsohne eine der wichtigsten Persönlichkeiten dieses rauen Landes. Er besuchte die Grundschule in Tremosine und die Hauptschule in Brescia, danach bildete er sich als Autodidakt weiter und erhielt den Abschluss als Vermessungstechniker und die Befähigung zum Unterrichten der Naturwissenschaften. Von 1898 bis 1908 arbeitete er als Lehrer am Gymnasium von Desenzano und in der Folge als Techniker, Planer und Bauherr, wobei er sich Studien der Physik, der Mathematik und der Geologie widmete. Er plante die Straße Porto-Pieve-Vesio, schrieb für verschiedene Zeitungen und veröffentliche Studien und Forschungsprojekte in den Memoranden der Universität von Salò und in den Kommentaren der Universität Brescia.

Die Strada della Forra

Wer vom See aus die Häuser von Pieve betrachtet, die am Rande der Hochebene, ca. dreihundertfünfzig Meter über dem Wasser stehen, fragt sich, wie eine Straße dort hindurch führen kann. Viele Jahrhunderte lang hat ein steiler Weg den Hafen und die Ortschaft verbunden, viele Jahrhunderte lang haben die Menschen Holz, Kohle, Öl und Weizen auf dem Rücken hier hinauf getragen. Dann fuhren sie weiter über den großen See in Richtung Desenzano, Torbole und Bardolino, zuerst mit kleinen und größeren Booten, dann mit dem Dampfer, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch auf dem Gardasee in Betrieb genommen wurde. Erst 1913 wurde nach einem Projekt von Arturo Cozzaglio und auf Initiative von Don Giacomo Zanini, Pfarrer von Vesio, eine Verbindungsstraße mit dem Hafen am See gebaut, die Schluchtstraße „Strada della Forra”. Es handelt sich um ein Meisterwerk der Straßenplanung und verläuft eng durch die tiefe Schlucht, die der Sturzbach Brasa gegraben hat. Man sollte diese Straße unbedingt zu Fuß zurücklegen und einen Blick auf die Windungen in den Felsen werfen, die wie eine Schlange die Hölle umarmen, während der Sturzbach im Höhlenschlund seinem Zorn freien Lauf lässt.

Die Produkte des Ortes

In Tremosine, im Herzen des Naturparks Alto Garda Bresciano, ist die Zucht der Rinderrasse Braunvieh noch weit verbreitet. Die in den Ställen und auf den Almen gemolkene Milch wird der Genossenschaft Alpe del Garda übergeben und zu Butter und typischen Käsesorten verarbeitet. Die bekanntesten sind der Formagella di Tremosine und der Garda, deren Geschmack bei vielen Gourmets beliebt ist. Es werden außerdem Frischkäse, Naturjoghurt, Eis, Ricotta und Salami produziert. Weitere Qualitätsprodukte sind der Honig und das native Olivenöl extra, für das die Oliven mit Mahlsteinen und die Paste mit traditionellen Pressen kalt gepresst werden; das Öl hat einen geringen Säuregehalt, einen delikaten Geschmack und ist sehr bekömmlich. In den Kastanien-, Buchen- und Nadelwäldern wachsen im Herbst Pilze; ein Produkt mit langer Tradition, das seit Kurzem in der Bergregion wiederentdeckt wurde, ist der Trüffel, sowohl der weiße, besonderes erlesene, der zwischen Oktober und Dezember geerntet wird, als auch der schwarze, der zwischen November und März reift. Das bekannteste Gericht ist sicher der Fleischspieß, der von vielen lokalen Restaurants zwischen Oktober und April angeboten wird. Man sollte ihn mit Polenta und einem guten Glas Rotwein genießen. Zur Polenta kann man auch Kitz und Kaninchen essen. Eine besondere Art der Polenta ist die polenta cùsa, die aus schwarzem Mehl, Käse und Butter zubereitet wird. Eine bekannte Süßspeise ist der spongadì.

Text: tvb / Fotos: cp, tvb
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